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Die Franziskanerkirche

Die gotische Kirche der Bürger

Die Geschichte der Franziskanerkirche reicht – wie die des Salzburger Domes – zurück bis in die Frühzeit des christlichen Salzburg. Beide Gotteshäuser sind durch ihre starken Gegensätze geprägt: zum einen der Dom, die domierende barocke Bischofskirche, zum anderen die Franziskanerkirche, eine schlanke, gotische Kirche der Bürger. Der Salzburger Dom, ein Bauwerk religiöser Repräsentation, die Franziskanerkirche eine Stätte der stillen Einkehr. Die Franziskanerkirche hat täglich von 06.30 – 19.30 Uhr geöffnet.


Die Neuerrichtung

An der Wende zum 12. Jahrhundert

Über die Anfänge der Kirche weiß man leider nichts zu berichten, manche behaupten, sie sei noch älter als der Salzburger Dom. Ihr Bau wird dem hl. Virgil zugeschrieben und wie fast alle Salzburger Gotteshäuser wurde auch sie von Bränden heimgesucht und fiel 1167 dem Strafgericht Kaiser Friedrich Barbarossas zum Opfer. Mit Ihrer Neuerrichtung an der Wende zum 12. Jahrhundert, setzte sich die aufstrebende Salzburger Bürgerschaft ein Zeichen, welches zu Beginn des 15. Jahrhunderts noch verstärkt wurde. Das selbstbewußte Bürgertum konnte es sich leisten, die Kirche zu erneuern und den damals bekanntesten Baumeister der näheren Umgebung, Hans von Burghausen, nach Salzburg zu holen. Hans von Burghausen hatte sich damals durch seine Kirchenbauten in Landshut und Neuötting einen Namen gemacht. Sein Meisterwerk ist der herrliche Hallenchor, der jenen wirkungsvollen Gegensatz von Licht und Dunkel schafft, der die Franziskanerkirche so besonders macht.

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Bauliche Veränderungen

Einen Verbindungsgang zur Residenz


Im Laufe der Jahre haben die jeweils regierenden Erzbischöfe bauliche Veränderungen an der Franziskanerkirche vorgenommen, so z.B. schuf Wolf Dietrich einen Verbindungsgang zur Residenz. Im Inneren der Kirche präsentieren sich 4 Kapellen, alle aus dem 17. Jahrhundert. Der Nachfolger Wolf Dietrichs, Markus Sittikus, widmete seinem Onkel Karl Borromäus die Kapelle auf der Nordseite. Anschließend befindet sich die Kapelle von Wolf Dietrich mit einer Darstellung der Geburt Christi. Gegenüber liegen die Annakapelle von Erzbischof Max Gandolf mit Malereien von Christoph Lederwasch und die Kapelle von Johann Ernst Thun mit einem Franziskuszyklus von Johann Michael Rottmayr.


Erzbischöfe und Bürger schienen miteinander zu wetteifern, sich in der Franziskanerkirche zu verewigen, es vereinen sich Zeugnisse der Kunst nahezu aller Stilrichtungen von der Romanik bis zur Gegenwart.